Ernährungs-Mythen

Das Internet bringt uns viele Informationen, viele davon sind jedoch veralte.

Da insbesondere die Mythen über das Thema Ernährung mir laufend ins Auge stechen, möchte ich hier über einige immer wieder auftauchende Fehlinformationen aufklären.

 

Meine Informationen habe ich im Laufe der Jahre sammeln können.

 

Für alle Skeptiker habe ich unter  dem Thema " Quellenangaben" einige Seiten und Bücher aufgelistet, die mich selbst in dieser Thematik bereichert haben.

 



Mythen und Aufklärung


Mythos Nummer 1

Industriell hergestelltes Futter, ist genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart abgestimmt.

 

Die im Handel erhältlichen Fertigfuttermischungen sind leider keineswegs auf die genauen Bedürfnisse abgestimmt.

Man kann eher sagen, das sie auf die Bedürfnisse der Industrie abgestimmt sind.

Betrachtet man die Inhaltstoffe mal genauer, so erkennt man sehr schnell das die meisten Zutaten Abfälle sind.

Nehmen wir als Beispiel den Inhaltsstoff " Pflanzliche Nebenerzeugnisse".

Dieses sind Abfälle die bei der Produktion eines anderen Produktes entstanden sind. Damit es geschmacklich für unsere Tiere interessanter wird, werden künstliche Aromastoffe zugefügt.

Und damit das menschliche Auge auch etwas von hat, wird das Ganze noch einmal eingefärbt.

Geeignetes Futter findet man mittlerweile nur noch bei einem seriösen Züchter oder einem Onlineshop.

Hier findet ihr geeignete Fertigfuttermischungen oder eben Einzelsaaten für die eigene Mischung : Linkliste

 


Mythos Nummer 2

Pellets sind aus getrockneten Kräuter und Pflanzen entstanden

 

Auch hier muss ich euch enttäuschen.

Die meisten Pellets, entstanden durch Abfälle von einem Produkt eines anderen Produktes.

Das Ganze wird Grün eingefärbt, damit das menschliche Auge getäuscht wird.

Unsere Fellnasen sind hier meistens intelligenter als wir.

Da Pellets nicht mir Aromastoffen versetzt sind, werden sie erst gar nicht gefressen.

Diese Pellets dienen nämlich nur dazu, die angegebene Grammzahl auf der Verpackung zu erreichen.

Wieder im Sinne der Industrie.

Wir bezahlen viel Geld und die Industrie produziert billig.


Mythos Nummer 3

Es reicht aus Trockenfutter anzubieten

 

Wie ihr schon unter dem Thema Ernährung erlesen konntet, gehört in jedem Fall die Fütterung von frischen Zutaten, zur artgerechten Ernährung der Rennmaus.

Egal wie gut die Trockenfuttermischung ist, ohne Frischfutter entsteht schnell ein Mangel an lebenswichtigen Mineralien und Vitaminen. Unter Anderem findet die meiste Flüssigkeitsaufnahme durch Frischfutter statt.

Mindestens zweimal die Woche, solltet ihr also zu Frischfutter greifen.


Mythos Nummer 4

Es sollte wenig Frischfutter gegeben werden, da es sonst zu Durchfall führt

 

Die Aussage ist so nicht ganz richtig. Durchfall entsteht nur dann, wenn die Rennmaus nicht angefüttert wurde oder zu viel frische Zutaten genascht hat. Bei Gurke kann es beispielsweise durch den hohen Wassergehalt zu matschigem Kot kommen.

 


Mythos Nummer 5

Kräuter haben eine medizinische Wirkung und sollten von daher nur wenig angeboten werden...

 

Richtig ist hier nur die Aussage, dass Kräuter eine medizinische Wirkung haben, was aber nicht bedeutet,

dass sie wenig oder nur in bestimmten Mischungen gefüttert werden dürfen.

Auch ist der Gedanke falsch, dass die Wirkung nachlässt, wenn man Diese zu oft anbietet.

Die Wirkung bleibt im Krankheitsfall bestehen, es hat sogar eine vorbeugende Wirkung .

Rennmäuse ernähren sich hauptsächlich von Sämereien und Saaten, aber auch frische Kräuter stehen auf ihrer Liste.

 

Anmerkung: Die im Zoofachhandel angebotenen getrockneten Kräutermischungen sind oftmals falsch gelagert, die Wirkung der Kräuter können sich somit nicht voll entfalten und verlieren somit an Wirkung.


Mythos Nummer 6

Pflanzen und Kräuter, mit viel enthaltenem ätherischem Öl, sollten nicht verfüttert werden

 

Was ist überhaupt ein ätherisches Öl?

Ätherische Öle gehören zu den bioaktiven Substanzen.

Die heutige Wissenschaft hat raus gefunden, dass bioaktive Substanzen sehr wichtig sind, da ein Mangel zu allerlei Erkrankungen führt.

 

Kräuter gehören zu den sogenannten Heilpflanzen.

Dies sind sie nur deshalb, weil sie ätherische Öle enthalten.

 

Denn nur das ätherische Öl, hat die Heilwirkung.

So hilft das ätherische Öl in Eukalyptus zum Beispiel bei der Schleimlösung.

Das Öl in Kümmel beruhigt den Magen und wirkt entkrampfend.

In der Frischfutterliste habe ich zu jedem Kraut eine passende Heilwirkung beigefügt.


Mythos Nummer 7

Frische Zutaten in Form von Pflanzen, Kräutern, Obst und Gemüse sollten vor der Verfütterung heiß abgewaschen werden

 

Mittlerweile haben Wissenschaftler heraus gefunden, das es völlig egal ist, ob man frische Zutaten mit kaltem oder heißem Wasser abwäscht.

Denn Pestizide können durch heißes Wasser nicht weniger gut entfernt werden, wie mit kaltem Wasser.

Zudem schädigt heißes Wasser die im Frischfutter enthaltenen Vitamine.

Wirkungsvoller und Vitaminhaltiger ist Frischfutter somit nur, wenn es unter kaltem Wasser abgespühlt wurde.


Mythos Nummer 8

Getrocknete Mehlwürmer enthalten weniger Eiweiße und Nährstoffe

 

Ob man getrocknete Mehlwürmer anbietet, oder Lebende, ist egal.

Was der Mehlwurm beim Trocknen verliert, ist lediglich Wasser, jedoch der Eiweißanteil bleibt.

Der Vorteil beim verfüttern von lebenden Insekten besteht dahingegen, dass man selbst entscheiden kann, was womit das Insekt selbst ernährt wurde.

Erwirbt man getrocknete Mehlwürmer im Handel, weiß man leider nicht, womit sie vorab gefüttert worden sind.


Mythos Nummer 9

Es sollten keine Wiesenpflanzen verfüttert werden, wo häufig Hunde und Katzen ihr Geschäft erledigen, denn hier ist das Einschleppen von Darmparasiten für Nagetiere besonders hoch.

 

Hier kann ich euch beruhigen, denn eure Nagetiere können sich keinesfalls bei Hund oder Katz mit Keimen oder Darmparasiten anstecken.

Die meisten Keime und Parasiten sind Wirtsspezifisch.

Wirtsspezifisch bedeutet das nur der Hund einen anderen Hund, oder eine Katze eine andere Katze anstecken kann, aber kein andersartiges Lebewesen.

 

Da allerdings auch Nagetiere auf die tägliche Futtersuche gehen, empfiehlt es sich,  halbe Jahre eine Kotprobe bei einem Tierarzt abzugeben, um das Einschleppen von Würmern oder Kokzidien zu vermindern. 


Mythos Nummer 10

Mineral- oder Salzlecksteine, sowie künstliche Vitamine können als Zusatz gerne angeboten werden und gehören zur artgerechten Ernährung

 

Insbesondere Salzlecksteine sind pures Gift für Mongolische Rennmäuse.

Die Mongolische Rennmaus lebt an Wüstenrandgebieten.

Wüsten- und Wüstenrandbewohner haben recht kleine Nieren da die Wasseraufnahme gering ist.

Bei einem Salzüberschuss kommt es schnell zu Nierensteine, schlimmstenfalls zu Nierenversagen.

 

Ein Mineralstein ist bei einer ausgewogenen und artgerechten Ernährung nicht nötig.

Unter Anderem sind in den meisten Mineralsteine Suchtstoffe enthalten.

So wird sehr schnell ein Überschuss an Mineralien aufgenommen, der in Verbindung mit weiteren Stoffen zu Organschäden führt.

 

Vitamintropfen entstehen durch künstliche Vitamine. Wie es schon im Namen zu erlesen ist, sind sie künstlich hergestellt worden.

Künstliche Zusätze können nicht verarbeitet werden.

Was der Organismus nicht verarbeiten kann, setzt sich im Körper als Fett ab.

Unter Anderem lassen Vitamintropfen das Trinkwasser umkippen. 

Viele Keime tümmeln sich nun im Wassernapf und verursachen somitl Erkrankungen.


Mythos Nummer 11

Steinobstäste und Blätter enthalten Blausäure und dürfen nicht verfüttert werden

 

Die Blausäure ist nicht in Ästen, Blätter oder der Frucht enthalten!

Die Blausäure ist ausschließlich im Kern der Frucht enthalten.

Lediglich Pappel- und Weidenzweige enthalten blausäurehaltige Verbindungen, jedoch in sehr geringen Mengen.

Beim Verfüttern von Obstbäumen sollte man lediglich darauf achten, das sie ungespritzt sind.


Mythos Nummer 12

Die Schale von Obst und Gemüse sollte auf Grund von Keimen oder Oxyuren entfernt werden

 

Vor dem Verfüttern reicht es aus, dass Obst oder Gemüse einmal gründlich mit kaltem Wasser abzuwischen und mit einem Zewatuch trocken zu rubbeln.

Direkt unter der Schale befinden sich die meisten Vitamine und Mineralien.


Mythos Nummer 13

Rennmäuse haben die Möglichkeit zur Selbstmedikation in Gefangenschaft, auf Dauer verloren

 

Rennmäuse und jede andere Tierart ist in der Lage,  bedarfsorientiert zu fressen.

Sie präferieren gezielt die Zutaten, die sie benötigen. 

Voraussetzung dafür ist, das ein gesundes Gemisch regelmäßig angeboten wird.

Als Grundfuttermischung, wie auch als Frischfuttermischung.

 

Die sogenannte Zoopharmakognosie kam zu den erstaunlichen Ergebnis , dass Tiere sich über die Nahrungsauswahl selber behandeln, also Selbstmedikation betreiben.

 

"Nachdem bisher nur wenig über  die Ernährungsgewohnheiten bekannt ist, verwundert es kaum. dass jegliche Bedürfnisse nach Selbstmedikation meist völlig ignoriert werden.

Diese äußerst wichtige "Medizin" die soviel dazu beiträgt, Krankheiten vorzubeugen oder die Gesundheit wieder herzustellen, wird bisher nicht als Erfordernis bei der Haltung von Tieren betrachtet" Zitat von Dr. Cindy Engeln (Biologin und Dozentin für Umweltwissenschaften an der Open University, England)