Kopfschiefhaltung

Die Kopfschiefhaltung bei Nagetieren ist häufig eine Begleiterscheinung von einer Otitis.

Bei einer Otitis, besser bekannt als Mittelohrentzündung, ist die Schleimhaut der Paukenhöhle 

(Hohlraum im Mittelohr) entzündet.

Die Tiere kratzen sich häufig am betroffenen Ohr, sodass bereits äußerliche Rötungen und Verletzungen der Haut in Ohrennähe auffallen.

Bei einer Entzündung des Mittelohres zeigen die Tiere eine Kopfschiefhaltung, meistens in Begleitung mit Gleichgewichtsstörungen und Manegebewegungen.

Das Allgemeinbefinden ist nicht immer gestört, erst mit fortschreiten der Erkrankung nimmt auch das Fressverhalten ab.

Eine Kopfschiefhaltung oder vermehrtes Kratzen am Ohr sollte immer so schnell wie möglich von einem Tierarzt abgeklärt werden.

Mittelohrentzündungen können ohne Behandlung bleibende Schäden hinterlassen, wie eine dauerhafte Schädigung des Trommelfelds und eine dauerhafte Kopfschiefhaltung die wiederum zu Gleichgewichtsstörungen führen.

Labyrinthitis Labyrinthitis

Bei der Labyrinthitis handelt es sich um eine Infektion des Innenohrs, somit des Gleichgewichtsorgan und der Hörschnecke.

Eine Infektion mit Labyrinthitis kann von außen über das Blut erfolgen, durch die Weiterleitung einer Infektion vom Mittelohr ausgehend oder durch eine Infektion, die sich entlang der Hirnhäute ausbreitet und so in das Innenohr gelangt.

Ein Hinweis auf diese Erkrankung ist von der Mittelohrentzündung als Laie schwer zu erkennen.
Die Tiere leiden hier neben einer Kopfschiefhaltung oft auch an starkem Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Hörminderung und in schweren Fällen an Ausfallerscheinungen durch ein Toxinübertritt in das Innenohr, dass heißt unkontrolliertes Zucken und Zittern des gesunden Ohres.

Neurologische Ausfallerscheinungen - Kopfschiefhaltung

Ein weiteres Merkmal für eine Kopfschiefhaltung könnte ein neurologisches Problem sein.

Begleiterscheinungen bei neurologischen Ausfallerscheinungen könnten unter Anderem Kopfschiefhaltung, Krämpfe, Lähmungen und Bewusstseinsstörungen sein.

Verantwortlich für die neurologischen Ausfallerscheinungen sind bei der mongolischen Rennmäusen in der Regel Erkrankungen des Gehirns, der Leber und Nieren, bakterielle Infektionen, Parasitenbefälle, sowie Unfälle oder ein Hitzeschlag.

Stellen Sie eine Kopfschiefhaltung fest sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden, je früher Erkrankungen erkannt werden umso größer ist die Chance das die Erkrankung behandelt werden kann und das Tier keinerlei Schäden beibehält.

Behandlung

Behandelt wird eine Mittelohrentzündung, sowie eine Labyrinthitis in der Regel mit einem Breitbandantibiotikums und Cortison.

 

In seltenden Fällen kann es sich auch um ein Ohrtumor handeln. Die sogenannten Perlgeschwulste treten meistens ab einem Alter von zwei Jahren auf, dies ist häufig eine Folgeerkrankung einer Entzündung der Außenseite des betroffenen Ohres.

 

Sollte eine Kopfschiefhaltung auftreten sollte zeitnah ein Tierarzt aufgesucht werden um eine dauerhafte Schädigung des Gehör- und Gleichgewichtsorgan zu vermeiden.