Rangordnung - Wenn die Ordnung aus den Fugen gerät

Mongolische Rennmäuse haben eine klare Rangordnung.
Die Rangorndung sichert bei den wildlebenden Rennmäusen das Überleben, denn nur das ranghöchste Mitglied darf sich Fortpflanzen, ist am gesündesten und erhält das meiste Futter.
Ein friedliches Zusammenleben funktioniert nur, wenn die Rangordnung geklärt ist.
Die meisten Auseinandersetzungen bezüglich der Rangordnung sind in der Regel unbedenklich und völlig normal.
Immer wenn ein unterlegendes Tier sich zu viel heraus nimmt, Jungtiere ihre Grenzen austesten, ein ranghohes Tier erkrankt/gestorben ist oder aber fremde Rennmäuse miteinander vegesellschaftet werden, kommt es zu leichten bis schweren Rangordnungskämpfen.

Doch ab wann ist ein Rangordnungskampf bedenklich?
Boxen, kurzes Gejage und lautes Gefiepe sind völlig normale und unbedenkliche Anzeichen einer Rangordnungsklärung.
Bedenkliche Kämpfe beginnen dann, wenn die Tiere sich Verletzungen zufügen oder sich ohne Pause durch das Gehege jagen.
Bisswunden findet man meistens am Hinterteil oder direkt im Gesicht- und Halsbereich.
Bei folgenden Hinweisen solltet ihr eingreifen:
- Bisswunden am Hinterteil deuten darauf hin, das ein Tier vertrieben werden soll. In der Natur würden diese Tiere nun das Revier verlassen, in der Gefangenschaft kann das gejagteTier leider nicht aus dem Territoirum fliehen und würde bei nicht eingreifen des Halters, getötet werden.
- Gezielte Bissverletzungen im Gesicht- und Halsbereich deuten auf einen ernsthaften Revierkampf von zwei dominanten Rennmäusen hin, keiner der Tiere gibt nach, hier wird bei nicht einschreiten des Halters, der Kampf erst dann beendet wenn eins der kämpfenden Rennmäuse getötet wurde.
- Eine Rennmaus hat panische Angst vor dem Artgenossen und es ist auch nach einigen Stunden keine Besserung in Sicht.
- Eine Rennmaus schläft über mehrere Tage alleine und darf nicht mehr ins gemeinschaftliche Schlafnest.


Die Ursachen für Rangordnungskämpfe können verschiedene Ursachen haben, aber nur die wenigsten Kämpfe arten in gefährliche Situationen aus.

 

Folgende Gründe können zu Auseinandersetzungen führen:

- Flegelphase - Nun testen junge Rennmäuse ihre Grenzen aus und werden von einem dominanten Artgenossen zu Recht gewiesen.
- Frühlingsgefühle - Die Hormone spielen verrückt, denn normalerweise wird sich nun fortgepflanzt. Gleichgeschlechtliche Tiere können nun vermehrt aneinander geraten, denn jeder möchte den höchsten Rang, da sich nur dieses Tier fortpflanzen darf.
- Regelbruch – Ein unterlegendes Tier klaut beispielsweise Futter eines dominanten Artgenossen oder wird sehr aufdringlich.
- Krankheit – Ein Ranghohes Tier ist geschwächt, beispielsweise durch eine Erkrankung oder durch das Alter, rangniedere Rennmäuse nutzen diese Gelegenheit um den Rang einzunehmen. Auch Rennmäuse die nach Krannkheit wieder gesund werden, könnten ihren Rang zurück fordern.
- Tod – Verstirbt eine ranghohe Rennmaus und es leben mehrere Rennnmäuse in einem Clan, wird es nun ein Einzelnes oder alle Rennmäuse ihren Rang neu anfechten.
- Trennung - Die Rennmäuse wurden eine längere Zeit voneinander getrennt und dann wieder zusammengeführt.
- Großgruppen - Gleichgeschlechtliche Gruppen bei mehr als zwei Rennmäusen sind meistens sehr viel unruhiger da es mehrere Rangstufen gibt. Hier kommt es somit vermehrt zu Rangordnungskämpfen.
- Wurde eine Vergesellschaftung falsch durchgeführt wo beispielsweisedie Rangordnung vorher nicht richtig geregelt wurde (Panikbox, Kleinraummethode) , kann es bei vergrößern des Revieres, sofort oder auch Stunden/Tage später erst zu Kämpfen kommen.

! Bemerkt man des Öfteren Auseinandersetzungen gilt es die Ursache rauszufinden!
Das Trennen der Tiere sollte die letzte Option sein!

Das Optimieren der Haltungsbedingungen und das entfernen begünstigter Faktoren, können Auseinandersetzungen stark minimieren.

Streitfaktoren!
- Sackgassen – Jeder Unterschlupf sollte mindestens zwei Ein/Ausgänge haben. So können die Tiere sich, bei Bedarf aus dem Weg gehen.
- Wenig Rückzugsplätze – Rennmäuse sind Fluchttiere, sie sind weniger im Stress wenn sie die Gelegenheit haben sich zu jeder Zeit zurückziehen zu können. Auch ziehen sie sich gerne mal vor dem Artgenossen zurück.
- Zu kleines Gehege - Rennmäuse sind sehr bewegungsaktive Tiere, zwei Rennmäuse benötigen mindestens 0,5 m² (+Etagen, diese zählen nicht zur Grundfläche) .
- Zu große Gehege - Rennmäuse die vorher wenig Platz hatten, sollten erst langsam an ein größeres Revier gewöhnt werden.
- Nahrungsmangel – Zu viele Tiere und zu wenig Futter kann zu Futterneid führen, dies kann auch passieren wenn nur eine Rennmause in Leckerlie erhält, das Andere aber leer ausgeht.
- Kranke oder kürzlich aus der Gruppe entnommene Rennmäuse – Hier kann es zu Rangordnugnsklärungen kommen, wenn die dominante Rennmaus betroffen ist. Bei einem Tierarztbesuch sollte immer die ganze Gruppe mitgenommen werden!
- Neue Gruppenkonstellationen - frisch vergesellschaftete Rennmäuse müssen sich erst miteinander bekannt machen, die Rangordnung klären.

Ab wann sollte man trennen?

Sobald Blut fließt oder heftige Jagereien nicht enden wollen, sollte der Halter eingreifen.
Bei leichten Bissverletzungen oder Gejage muss man noch nicht komplett trennen sondern vorerst die zerstrittenen Rennmäuse in eine Transportbox setzen oder in einem anderen kleinen Bereich unterbringen. Geht das Gejage oder die Beisserein dort weiter, sollten die Tiere mit dem Trenngitter voneinander getrennt werden.
Nach 24 bis 48 Stunden haben sich im Normalfall die Gemüter beruhigt und sie können wieder zusammen gelassen werden.

Sind es allerdings Bissverletzungen die von einem Tierarzt behandelt werden müssen, sollten die Tiere voneinander getrennt werden.
Doch auch hier muss es keine dauerafte Trennung sein.
Nach zwei Wochen separierter Haltung kann man die zerstrittenen Rennmäuse veruschen neu zu vergesellschaften.
Sollten die Rennmäuse sich trotz optimaler Haltung, nach erfolgreicher Neuvergesellschaftung wieder Zerstreiten, rate ich zur dauerhaften Trennung.
Hier sollte für jede Rennmaus ein neuer Artgenosse gesucht werden.
Einzelhaltung ist keine Option!

Ihr habt Fragen? Gerne könnt ihr mich kontaktieren.
Weitere interessante Themen rund um die Rennnmaus findet ihr auf meiner Infoseite Rennmauszauber.jimdo.com

Die hier aufgeführten Methoden entstammen aus eigenen Erfahrungsberichten.
Es ist niemand dazu verpflichtet diese Vorgehensweise genau so durchzuführen.
Es gibt in keinem Bereich nur die eine richtige Methode.
Jede Rennmaus ist ein eigenständiges Individuum!