Auswahl der Eltern

Die Mongolische Rennmaus gehört mittlerweile zu eines der beliebtesten Haustiere in Deutschland.
Einige Halter hegen den Wunsch, mit diesen knuffigen Wesen zu züchten.
Doch worauf kommt es an und wieso sollte nicht mit jeder X-Beliebigen Rennmaus gezüchtet werden?
Hier möchte ich einige wichtige Informationen auflisten und den Ein oder Anderen zum Nachdenken anregen.

Die ausgewählten Eltern entscheiden über die Gesundheit der Nachkommen.
Daher ist es wichtig, so viel wie möglich über die Eltern und dessen Gene zu wissen.

1. Die Abstammung
Veantwortungsvolle Zuchten führen Stammbäume, diese Stammbäume enthalten neben der Genetik, auch Informationen über eventuelle Erkrankungen, die in der Linie vorgekommen sind. Nur so kann eine falsche Kombination vermieden werden.
Stammbäume werden über Generationen geführt und weitergereicht.

2. Gesundheitszustand der Eltern
Nur gesunde Rennmäuse dürfen in die Zucht.
Gleiches gilt, wenn die vorherigen Generationen häufig Erkrankungen zeigten oder früh verstorben sind.
Die häufigsten Erkrankungen sind : Epilepsie, Immunschwäche, vermehrter Sekretausfluss, Tumorbildungen, Gelenkerkrankungen wie Knickschwänze- und Pfoten, Zahnfehlstellungen, Skoliose, Kurzlebigkeit, diese Erkrankungen werden vererbt.

3. Kotprobenuntersuchungen
Vor der Zucht müssen beide Eltern auf Parasiten getestet werden.
Die häufigste Todesursache bei Jungtieren sind Kokzidien und Würmer.
Diese sind bei den Eltern oftmals symptomlos, werden aber an Jungtieren weitergegeben. Ein Wurmbefall tritt häufig dann auf, wenn die Jungtiere ihr erstes festes Futter zu sich nehmen. Dabei gelangen Wurmeier in den Magen und vermehren sich.

4. Sozialverhalten
Die Sozialverträglichkeit der Eltern ist wichtig, damit das zukünftige Zuchtpaar miteinander harmoniert. Klappt dieses nicht, sind die Tiere laufend unter Stress, Jungtiere werden hierbei getötet oder nicht mehr gestillt und müssen per Hand aufgezogen werden. Handaufzucht bei Rennmäusen ist nur selten erfolgreich.
Die Eltern sollten aus gut sozialisierter Zuchtlinie stammen, denn das Sozialverhalten der Eltern überträgt sich auf die Jungtiere. Schlecht sozialisierte Eltern sorgen für schlecht sozialisierten Nachwuchs, der später zu Problemtiere führt.

5. Alter der Eltern
Die Rennmäuse sollten die Zuchreife erreicht haben und Diese auch nicht überschritten haben.
Geschlechtsreif sind sie bereits mit 8-10 Wochen, die Zuchtreife beginnt jedoch erst ab dem 6. Lebensmonat. Zu junge Mütter nehmen ihren Nachwuchs oftmals nicht an, die Jungtiere müssten per Hand aufgezogen werden, dies gelingt aber selten.
Zu junge Mütter befinden sich selber noch im Wachstum. Sie können kaum genug Energie für das eigene Wachstum, die Milchproduktion und den Nachwuchs aufbringen. Es kommt zu Entwicklungsstörungen bei Mutter und ihren Jungtieren.
Ebenfalls sollten Weibchen nicht über 12 Monate alt sein, denn ab diesem Alter besteht die Gefahr, dass der Geburtskanal bereits verknöchert ist, die Jungtiere bleiben Stecken, dies hat zur Folge das Muttertier und Jungtiere versterben.

6. Wissen über die Gene der Eltern – Zuchtauslese
Anhand eines Gencodes kann man verschiedene Informationen über die Eltern erfahren. Bestimmte Genkombinationen dürfen nicht miteinander kombiniert werden da sie zu schweren Erkrankungen, bei den Jungtieren führen.
Durch Zuchtauslese, also gezielten Selektionen, lassen sich nicht nur gute Eigenschaften vererben, sondern auch diverse Erbkrankheiten. Erbkrankheiten sollten nicht weiter vererbt sondern durch Genetik-Kenntnisse ausgeschlossen werden. Ein Erbfehler kann sich durch eine Konduktor-Rennmaus (dies ist eine Rennmaus, die den Erbfehler genotypisch trägt, ohne das er sichtbar/ausgeprägt ist, also als Erbkrankheit auftritt) weit verbreiten, ohne dass man es den Eltern ansieht.

Was ich damit sagen möchte!
Bitte vermehrt nicht mit Rennmäusen ohne Hintergrundwissen.
Nur weil die jeweiligen Tiere gesund aussehen, heißt es nicht dass sie auch gesunde Gene tragen.
Bestimmte Genkombinationen können zu schwer kranken Jungtieren führen.

Das Wissen über Genetik- und Vererbungslehre ist nur ein kleiner, jedoch sehr wichtiger Teil der zu einer verantwortungsvollen Zucht gehört.

Viele weitere Punke wären:
- Genug Platz, man benötig mehrere Gehege, Männchen und Weibchen müssen rechtzeitig getrennt werden
- Jungtiere müssen vermittelt werden (Weibchen können pro Wurf 12 Jungtiere gebären)
- Unkosten für Einstreu, Sand, Futter, Utensilien, Ersatzgehege, Tierarztbesuche)
- Zeit für Haltung und Verpflegung, sowie Zeit für Beratung und Verkauf von Nachkommen.

Den Wunsch junge Rennmäuse aufwachsen zu sehen ist verständlich, hier kann man allerdings Kontakt zu seriösen Zuchten aufnehmen.
Auch gibt es viele Pflegestellen und Tierheime die händeringend Plätze für tragende Weibchen suchen.
anzeigen